Ramisco (PT)

Vielfalt: Rotwein | Kategorie II | Portugal

Allgemeines

Ramisco

Herkunft der Sorte: Sie wurde schon von Seabra (1791) mit einem falschen Synonym (Mortágua) benannt. Mit der richtigen Bezeichnung wurde sie erwähnt von Vila Maior (1875), als eine auf Colares beschränkte Sorte. Es gibt ältere Hinweiseauf die Sorte Ramisco in der englischen Literatur.

Hauptverbreitungsgebiet: Colares. Es gab immer schon auch bezeichnungsrechtlich eine Bindung der Sorte an ihren Standort.

Offizielle Synonyme (national und OIV): Ramisco de Colares.

Historische und regionale Synonyme: Es gibt eine weitere gleichnamige Sorte mit der offiziellen nº 248, “Ramisco Tinto”.

Gleichnamige Sorten: Diese Sorte hat im Vergleich zu anderen Sorten eine fast einmalige Geschichte. Wegen Ihrer besonderen Pflanztechnik konnte sie die Reblauskrise unbeschadet überleben. Sie wurde im reichen maritimen Mutterboden unter 4 - 8 m Sanddecke wurzelecht gepflanzt und von kleinen Mauergesetzten (currais) als Windschutz umgeben. Die Anlage der Weinberge bedingte eine lebensgefährliche Tiefbaukonstruktion, die manchem Winzern das Leben kostete; aber führte dazu, daβ selbst heute noch nach mehr als 100 Jahren diese Pflanzungen zu bewundern sind, da die Reblaus nicht bis zu den Wurzeln herunter gelangen konnte.

Anbaufläche: 25 ha.

Anteil an Neupflanzungen: Der Ramiscowein mit seiner geografischen Beschränkung auf die Sandböden Colares hat seine Bedeutung im Wettbewerb mit dem Häuserbau verloren. Diese Sorte mit Ihrem groβen önologischem Interesse wegen für Rotweinen ungewöhnlich hohen Säure, kann theoretisch auch veredelt in anderen Zone angepflanzt werden, wie Versuche im Alentejo beweisen. Aber es gibt nur sehr wenige Neuanlagen.

Entwicklungstendenz: Das Überleben dieser Sorte ist aus ökonomischen Gründen in Ihrem Herkunftsgebiet unwahrscheinlich. Eine Migration der Sorte wird erst nach der Klärung der Unterlagensituation denkbar sein.

Variabilität der Sorte: Nicht untersucht.

Verfügbarkeit an Pflanzgut: Polyklonales Material der RNSV (voll infiziert mit GLRaV 3) und ein sanitierter aber nicht offiziell anerkannter Klon JBP.


VVMD5 VVMD7 VVMD27 VrZag62 VrZag79 VVS2
Allel1 Allel2 Allel1 Allel2 Allel1 Allel2 Allel1 Allel2 Allel1 Allel2 Allel1 Allel2
226 238 235 259 181 185 188 196 247 251 135 159

Qualitätswein DOC: «Colares».

Landwein: «Estremadura».

Triebspitze: Offen, am Rande leicht karminror mit stark mit Borsten besetzt.

Junges Blatt: Grün mit leichtem Bronzeton, Unterseite stark mit Borsten besetzt.

Blüte: Zwittrig.

Junger Trieb: Rotgestreift, besonders intensiv an den Knoten, mit leicht geröteten Knospen.

Reifes Blatt: Mittlerer Gröβe, fünfeckig, Blattspreite mittelgrün, leicht unregelmässig, blasig, Unterseite mit leichter Behaarung und Borstenbesatz.mittelgroβe konvexe Zahnng, Stielbucht V-förmig stark überlappt, Seitenbuchten geschlossene U-Form.

Traube: Mittelgroβ, zylindisch und konisch, mittelfest, mit mittelgrossem Stiel.

Beere: Rund, klein und scwarzblau,mittlele Beerenhautstärke, konsistentes Fruchtfleisch.

Fruchtholz: Dunkelbraun.

Austrieb: Spät, 14 Tage nach dem Castelão.

Blüte: Spät, 8 Tage nach dem Castelão.

Farbwechsel der Beeren: Sehr spät, 14 Tage nach dem Castelão.

Traubenreife: Spät, zwei Wochen nach dem Castelão.

Wüchsigkeit: Mittlere.

Gewicht des Rebschnitts: 700 gr / Pflanze.

Wuchsrichtung der Triebe: Plagiotroph.

Internodien: Groβe.

Triebe: Einige sehr groβ.

Geitztriebbildung: Groβ.

Mehrfachaustrieb: Kommt regelmäβig vor.

Index für Fruchtbarkeit: Nicht untersucht.

Ertragsmenge: Mittlere (5.000 - 12.000 kg).

Ertragskonstanz: Regelmäβig.

Einheitlichkeit der Produktion: Uniform.

Index von Winkler: 1.800 Stunden über 10º C, (bei 8.000 kg Ertrag in Montemor.

Ertrag: 5.000 l/ha.

Abiotische Anfälligkeit: Nicht besonders.

Pilzanfälligkeit: Nicht besonders.

Virusbefall vor Selektion: Totale Virusinfektion der Sorte mit dem GLRa-Vírus 3, und dem RSP-Vírus.

Pflanzenschädlinge: Wegen der kriechenden Erziehung wird die Frucht auf Steine gelegt zum Schutz vor kleinen Tieren im Sand.

Traubengrösse: Mittel bis klein, ( 160 -250 gr).

Traube: Hoch.

: 160 gr.

Beere: Mittlere.

Beerenhaut: Dick.

Kerne: Hoch (3,2 pro Beere).

Erziehungsart: Traditionell kriechend im Sandboden; ist jedoch leicht an den Kordon Royal zu gewöhnen.

Bodenanspruche: Wurzelecht, in fruchtbaren Böden die unter einer kräftigen Sandschicht liegen. Im Falle von auf Unterlagen veredelten Pflanzen, passen sich diese an alle Böden an.

Klimaanforderungen: Traditionell maritim; gute experimentelle Anpassung an andere Standorte.

Pflanzdichte: Es gibt wenig Erfahrung, auf Grund der wurzelechten Pflanzweise.

Pflanzdichte: Erreicht Alter von über 100 Jahre (bei wurzelechter traditioneller Pflanzung).

Unterlagen: Entspricht nicht der Tradition dies zu testen; bei Experimenten konnte gute Affinität mit Unterlagen des Typus Rupestris festgestellt werden.

Bewässerung: Erträgt sehr gut Bewässerung in trockenem Standort.

Rieselschäden / Kleinbeerigkeit: Keine.

Verderben der reifen Frucht: Wenig.

Vogelschäden: Kein Problem.

Maschinelle Lese: Theoretisch gut.

Weintypen: Qualitätswein, benötigt längere Faβ- und Flaschenreife.

Alkoholgehalt des Weines: Mittlere (11 - 12 % Vol.).

Natürliche Säure des Mostes: Sehr hoch (über 6 gr/l).

Gesamt-Phenole: 638 mg Malvidin/l (Test im Alentejo)

Risiko der Most-Oxidation: Keine.

Farbintensität des Weines: Mittlere.

Tonalität: Rubinrot, beim Altern leichte Braunnoten.

Tannine: Sehr stark.

Oxidationsneigung des Weines: Sehr hoch.

Aromen: Nicht bekannt.

Alterungspotenzial: Sehr hoch (viele Jahrzehnte). Gute Eignung für Barriqueausbau.

Verschnittsempfehlung: Sorte die traditionel rebsortenrein ausgebaut wird. Sie hat jedoch die latente Eigenschaft durch Ihre hohe Säure schwächere Sorte wie zum Beisiel den Aragonez zu unterstützen.

Eignung als Rebsortenwein: Benötigt sehr lange Lagerung, hat dann aber ein sehr hohes önologisches Profil.

Beschreibung: Ein echter “Kräszer”solange jung, dann verwandelt er sich in einen Wein höchster Eleganz; rubinroter Farbe mit bräunlichen Reflexen, er ist aromatisch mit Noten animalischer Frische, Pilze, feuchte Erde, und Zedernharz. Hinter seiner Zerbrechlichkeit bedingt durch niedrigen Alkohol entwickelt sich eine einzigartige Persönlichkeit, welche diesen Wein zu einem der karismatischsten Weine Portugals hat werden lassen. (V. Loureiro)

Qualitätsniveau: Sehr hoch.

BESONDERHEITEN: Die Sorte hat die historische Einmaligkeit im Sand an der Meeresküste gepflanzt zu werde. Er ist durch Mauern und Schilfwände gegen den Wind geschützt, wurzelecht gepflanzt und kriechend erzogen. 1985 gab es bei Azenhas do Mar, noch eine über 100 Jahre alte Pflanze die eine Fläche von 100 m2 bedeckte. Der Wein hat eine enorme Säure, und dadurch ein enormes Alterungspotential. Um ihn trinken zo können braucht man viele Jahre Lagerung.

Andere Sorten der gleichen Kategorie: